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Ab Samstag  den 16. November 2011 kommt ein weiteres Mal Tong Bei Lehrer und Mentor des Bailung e.V. Zhang Xinbin aus Peking für ein Wochenendseminar nach Osnabrück.

An den Tagen  gibt er Einblicke in die Basistechniken mit ihren Anwendungen des Tong Bei Quan.
Tong Bei ist als eigenständiger Stil bekannt für die effektiven und explosiven Handtechniken.

Der Sonntagmorgen startet mit einem Seminar über Qi Gung und Yi Quan

Der Sonntagnachmittag ist dann ganz den Waffen des Tong Bei Quan gewidmet.

 

Sa, 26.11.2011, Bailung e.V. Schulräume
12-18 Uhr mit Pausen

Tong Bei Basics und Anwendungen – für alle Level

So, 27.11.2011, Bailung Schulräume
9.30 Uhr – 12 Uhr
Qi Gong / Yi Quan – für alle Level

So, Sporthalle am Goethering (oder Schloßwall!!)
14 – 18 Uhr
Tong Bei Waffen. Für Fortgeschrittene und auf Nachfrage!

Preise auf Anfrage

Auch in diesem Jahr habe ich wieder am Zhenwu Traingscamp teilgenommen. Nachdem ich nun knapp zwei Wochen wieder im Lande bin, ist es Zeit ein kurzes Resümee über die vergangenen Wochen in Portugal zu ziehen. Weiterlesen »

Im Rahmen des Seminars werden Basiskonzepte der traditionellen Kampfkunst wie” Rooting”, “Struktur”, “Alignment” und “Basistechniken” vermittelt. Abgerundet werden die Einzelübungen durch Partneranwendungen wie “Push Hands”, Partnerapplikationen und “Rou Shou“.

Alex Cheng ist einer der ältesten Schüler von Wang Chieh aus Taiwan und ist bekannt für seine große Erfahrung im Tai Chi sowie dem Ba Bu Tang Lang Kung Fu.

Das Seminar ist für alle Kampfkunstinteressierten offen und bietet die Möglichkeit über den eigenen Stil hinaus Erfahrungen in den traditionellen chinesischen Kampfkünsten zu sammeln und seinen eigenen Weg zum Kung Fu zu verbessern.

Zeit: Samstag, 27. August · 12:00 – 18:00
Ort:  Bailung e.V. Osnabrück
Kosten: 65 €

Weitere Infos und Anmeldung:
http\\:www.bailung.de

 

Ein ungewöhnliches Projekt: An einem Wochenende im September tauschen zwei befreundete Kampfkunst-Schulen ihre Lehrer (!) aus, um ihren SchülerInnen stilübergreifend eine Gelegenheit zu bieten, den jeweils “anderen” Stil in Theorie und Praxis kennen zu lernen – interessierte Gäste aus anderen Gongfu- oder Kampfkunst-Richtungen sind natürlich auch willkommen.

Am ersten Seminartag ist Jochen Wolfgramm von der Bai Lung-Schule Osnabrück Gastlehrer in der Neusser Ying Men-Schule und führt dort die SchülerInnen in den 8 Schritte Gottesanbeterin-Stil ein, am zweiten Seminartag stellt Friedhelm Tippner den Bai Lung-SchülerInnen in deren Räumlichkeiten das 6 Harmonien 8 Methoden-Wasserstilboxen vor.

Der Unterricht wird jeweils so aufgebaut, daß er einem typischen Training mit allen stilspezifischen Eigenheiten entspricht, d.h., Warming-up, Jibengong, Bufa, Shenfa, Qigong (optional), Partner- und Anwendungsübungen und einem Teil Formenlauf, ergänzt mit kurzen theoretischen Einschüben zu Prinzipien, Historie etc. Durch den größeren Zeitrahmen wird gewährleistet, daß allen TeilnehmerInnen ein umfassender Überblick zum jeweiligen Stil geboten werden kann.

Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, wird um verbindliche(!) Anmeldung per Email gebeten.

Babu Tang Lang Quan
(Acht Schritte Gottesanbeterin-Stil)

Samstag, 24. September 2011
12:00 Uhr bis 18:00 Uhr incl. Pausen

Lehrer: Jochen Wolfgramm

Ying Men-Schule Neuss, Am Alten Bach 18, 41470 Neuss
(http://www.yingmen-schule.de/)


Babu Tang Lang Quan wurde etwa 1920 aus dem Meihua Tang Lang Quan (Pflaumenblüten Gottesanbeterin-Stil) entwickelt; dieses schon länger bestehende System wurde einer umfassenden Revision unterzogen und stark gekürzt.
Zusätzlich wurden weitere Prinzipien aus dem Tongbeiquan, Baguazhang, Xingyiquan und vor allem aus dem Taijiquan integriert; so entstand ein neuer Stil, der sich auf 10 Handformen stützt und als wichtigsten theoretischen Hintergrund die 12 Schlüsselwörter sowie 8 harte und 12 weiche bzw. 7 lange und 8 kurze Techniken beinhaltet.

Beim Babu Tang Lang Quan handelt es sich um eine Kampfkunst, die viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Fähigkeiten “Spüren, Aufnehmen, Manipulieren und Interagieren” legt. Beim Training stehen daher auch weniger athletische und akrobatische Techniken im Vordergrund, sondern schlicht und einfach die Wahrnehmung des eigenen Körpers und später den des Partners/Gegners. Verbreitet ist der Stil heute hauptsächlich in Taiwan.

Xinyi Liuhe Bafa Quan
(6 Harmonien 8 Methoden, auch als Wasserstilboxen bekannt)

Sonntag, 25. September 2011
12:00 Uhr bis 18:00 Uhr incl. Pausen

Lehrer: Friedhelm Tippner

Bai Lung-Schule Osnabrück, Hannoversche Straße 18, 49084 Osnabrück
(http://www.bailung.de/)

Xinyi Liuhe Bafa Quan wurde öffentlich erstmals um 1930 von Großmeister Wu Yihui (1887-1961) in Shanghai und Nanjing unterrichtet und gilt daher neben den bekannteren Systemen Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan als einer der jüngsten Neijia-Stile – dennoch ist es gerechtfertigt anzunehmen, daß Liuhe Bafa älter als z.B. Taijiquan ist: Es wurde lt. Überlieferung vom daoistischen Weisen Chen Tuan begründet, welcher um 871 – 989 auf dem Huashan gelebt haben soll; dort wurde es innerhalb der daoistischen Gemeinschaften bis zum obigen Datum im Verborgenen tradiert.

Die (einzige) Form besteht aus 66 Bildern mit langsamen Sequenzen, die an Taijiquan, schnellen Schritt- und Spiralbewegungen, die an Baguazhang und explosiven Fajins, die an Xingyiquan erinnern. Dies erklärt die oft gehörte Vermutung, Liuhe Bafa sei eine “Mixtur” aus diesen 3 Stilen, was aber nicht der Fall ist – es ist ein eigenständiges System, in dem die Kultivierung des “Yi” (Intention) eine entscheidende Rolle spielt: “… gebrauche Yi anstelle von Kraft”, Yi kommt noch vor Qi. Während die 6 Vereinigungen/Harmonien (Liuhe) eine Anleitung zur “inneren” Schulung darstellen, versorgen uns die 8 Methoden (Bafa) mit den nötigen Werkzeugen der “äußeren” Umsetzung. Man sollte sie als unterschiedliche Aspekte bzw. Qualitäten des “Natürlichen Zustandes”, zu dem es wieder zurückzukehren gilt, verstehen.

KOSTEN:

Die Seminargebühr beläuft sich (für Samstag ODER Sonntag) für Gäste auf 70,- Euro.
Die Gebühr für die Teilnahme (optional) an beiden Tagen 120,- Euro.
Die Seminargebühr ist vor Ort in bar zu entrichten.

ANMELDUNG:

Die Anmeldung erfolgt bis 10. September bitte ausschließlich per E-Mail.
Die SchülerInnen der beiden Schulen melden sich bei ihrem jeweiligen Lehrer an.
Gäste melden sich für den Großraum Neuss (samstags) unter <kontakt@yingmen-schule.de>,
für den Großraum Osnabrück (sonntags) unter <info@bailung.de> an.
Die Anmeldung gilt als verbindlich!

Veranstalter, Gastgeber und Referenten übernehmen keinerlei Haftung.

Bei meinen Begegnungen mit verschiedenen Lehrern des traditionellen chinesischen Kampfkunst in den letzten Jahren wurde von diesen bei der Vorstellung von Techniken und Formen immer besonders viel Wert auf die Anwendbarkeit derselben gelegt. Anders als im modernen Wushu findet man in den traditionellen Formen kaum oder keine Techniken, die nur der Schönheit wegen ausgeführt werden.

Aufgrund des kampfbezogenen Hintergrundes der traditionellen Stile konnten sich über die lange Zeit nur die Techniken durchsetzten, welche im Falle einer Kampfsituation Erfolg versprachen. Teilweise geht dieser praxisbezogene Ansatz soweit, das selbst Techniken des Aufwärmtrainings einen anwendbaren Hintergrund haben. Es gibt hierfür einen recht schönen Spruch im chinesischen „Was sich nicht Anwenden lässt, sollte auch nicht trainiert werden“.

Im letzten Jahr wurde ich bei einem Speerlehrgang von Jochen Wolfgramm darauf hingewiesen wurde, das der Speer auch sehr gut dazu dienen kann die Entwicklung des „Fa Jing“ des Schülers zu erkennen. Dies und der oben erwähnte Ansatz des traditionellen Trainings hat dazu geführt,das ich angefangen habe über den Sinn des Waffentrainings in der traditionellen, chinesischen Kampfkunst nachzudenken.

Seien wir mal ehrlich: Kein Mensch geht heute noch mit einem Säbel, Schwert oder Speer zu einem Kampf. Ich kann heute einen Kampf doch wesentlich praktischer für mich entscheiden, indem ich eine Handfeuerwaffe benutze.

Wenn die traditionellen Waffen also heute eigentlich keine praktische Bedeutung mehr haben, warum hat sich dann das Training mit diesen dennoch über so viele Jahrhunderte in der traditionellen chinesischen Kampfkunst erhalten? Es muss dafür einen praktischen Grund geben.

Hier sind nun die Ergebnisse, die ich nach einigen Überlegungen und Rückfragen bei chinesischen Lehrern zusammengetragen habe.

Der Langstock

Als die vom Aufbau her „einfachste“ Waffe, denke ich stellt der Langstock für den Schüler die Möglichkeit der Entwicklung eines Verständnisses für grundlegende Bewegungsabläufe in der Kampfkunst dar. Der Stock erfordert die Beteiligung der Körpermechanik. Wird der Stock mit beiden Händen gehalten muss eine Hand zurückgenommen werden, damit die andere Hand eine kraftvolle Technik nach vorne ausführen kann. Dazu kommt die Entwicklung der Hüftmechanik. Nur eine Technik die Ihren Anfang von den Füssen über die Hüftmechanik ausgeführt wird kann die gewünschte Kraft entfalten.

Der breite Säbel

Auch beim breiten Säbel gilt das Augenmerk der Körpermechanik. Dazu kann der Säbel aber aufgrund seines Gewichtes noch mehr zur Entwicklung eines starken „Rootings“ verwendet werden. Zusätzlich fordert der breite Säbel aufgrund seines Gewichtes die Entwicklung des „Momentums“. Nur im richtigen Zusammenspiel von Beschleunigung, Gewicht und Moment kann der Säbel effektiv als Waffe eingesetzt werden.

Der Speer

Der Speer kann, wie oben erwähnt, sehr gut dazu beitragen die Entwicklung des „Fa Jing“ zu fördern bzw. zu messen. Nur ein Speer der mit der richtigen inneren Ausrichtung geführt wird kann mit seiner Speerspitze effektiv geführt werden.

Das Schwert

Das Schwert mit seiner dünnen Klinge würde bei einer Verwendung, wie man es von einem Säbel kennt, unweigerlich im Kampf zerbrechen und nutzlos werden. Es stellt neue Anforderungen an den Schüler. Ähnlich wie im Tai Chi erfordert die Führung des Schwertes ein „kleben“ am Gegner. Ein Erkennen der Absicht des Gegners. Ohne inneres Kung Fu sind Schwertechniken nutzlos und leicht zu überwältigen.

 

Somit steht nach meiner Meinung die Verbesserung des „Rootings“, „Alignments“, „Momentums“ und somit die Verbesserung der waffenlosen Techniken beim Training mit den Waffen im Vordergrund. Wohl der Grund warum sich die Waffen in der traditionellen chinesischen Kampfkunst – ob ihrer heutigen „Nutzlosigkeit“ – über so viele Jahrhunderte erhalten haben.

Es gibt sicherlich noch mehr Aspekte die Euch einfallen, wenn Ihr über die Verwendung der Waffen in der traditionellen Kampfkunst nachdenkt. Ein Aspekt, den ich immer recht reizvoll fand war die Adaption der Waffen auf Alltagsgegenstände. Von daher gilt für mich derzeit der Stock noch als praktischste Waffe.

Natürlich spielt sicherlich auch die Entwicklung von Kraft dabei eine Rolle. Es macht ja doch mehr Spaß mit einem Säbel zu üben, als Hanteln zu stemmen. Ich denke auch darum sollte es neben der Selbstentwicklung beim Waffentraining gehen. Es macht einfach Spaß.

Es gibt neben den oben genannten Waffen natürlich noch weit mehr in der traditionellen chinesischen Kampfkunst. Drei Glieder Stab, Doppelmesser, Hämmer, Harken, Spaten, Meteorhammer, Kettenpeitsche und so weiter. Ich habe mich hier aber nur auf die beschränkt, mit denen ich schon einige Erfahrungen gesammelt habe.

Ich möchte mich auf diesem Wege noch bei denen Bedanken, die mich zum schreiben dieses Artikels bewegt haben.

Laoshi Jochen Wolfgramm, der mich durch sein Training auf die Idee gebracht hat und der mir bei meinen Fragen gerne geholfen hat.

Laoshi Huai Hsiang Wang, der so nett war auf meine Fragen lang und ausführlich per E-Mail zu antworten.

Laoshi Xu Shi Xi, der mir gezeigt hat, das man das Wesen der Waffe erkennen muss und dann alles zu einer Waffe machen kann. Selbst ein hartgekochtes Ei.

 

 

 

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