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Gleich im Anschluss an das diesjährige Zhen Wu Camp in Prag, das hiermit nochmals wärmstes jedem ans Herz legen möchte,  werden zwei der drei Lehrer aus Beijing beim Bailung e.V. in Osnabrück vorbeischauen um dort zwei Tage lang einen Einblick in die Stile “Tong Bei” und “Shuai Jiao” zu geben.

Wann: 4. – 5. August 2012
Wo: Bailung e.V. Osnabrück
Inhalte:
Samstag

Basis konzepte des WuXing Tong Bei wie Körpermechanik und Schritte.

Sonntag
Basiswürfe und “Eingänge” des  Shuai Jiao.

Anmeldung bitte unter www.bailung.de (info@bailung.de)

Vom 30.März bis 01.April war der taiwanesische Bagua und Xing Yi Lehrer Luo Dexiu zu Gast in der Yizong Bagua Schule in Köln. Nachdem ich vor knapp einem Monat auf die Webseite des deutschen Gao Bagua und Xing  Yi Lehrers Carsten Stausberg mit der Ankündigung des Seminars gestoßen bin, hatte ich mich kurzerhand zu dem dreitägigen Seminar in Köln angemeldet.

Schon im Vorfeld war ich von dem netten E-Mail Kontakt mit dem Lehrer der Schule begeistert. Dennoch bleibt ja immer ein mulmiges Gefühl, wenn man für mehrere Tage eine gänzlich fremde Schule besucht. Dennoch fuhr ich voller Vorfreude am Freitag Mittag nach Köln um am Seminar teilzunehmen. Es sollten drei wirklich interessante Tage mit einer Menge guter, neuer Kontakte werden.

Am Freitag war ein eher kleines Seminar von drei Stunden zum Thema Xingyi Quan angesetzt. Als Thema des Seminars war „5 Tiger Formen – Form und Anwendung“ angekündigt. Da ich schon länger einmal einen Einblick in den Xingyi Stil bekommen wollte, war das der ideale Einstieg für mich. Ziemlich Pünktlich schaffte ich den langen Weg von Hannover nach Köln in das Aikido Dojo in dem das Seminar stattfinden sollte.
Schon bei meiner Ankunft wurde ich von dem Lehrer Carsten Stausberg und seinen Schülern sowie den anderen externen Teilnehmern sehr herzlich aufgenommen.

Kurz nach meiner Ankunft erschien auch Luo Dexiu Laoshi in der Halle. Wie all die anderen Lehrer der traditionellen chinesischen Kampfkunst die ich bisher kennenlernen durfte, wirkte auch er sehr freundlich und zurückhaltend.
Das Seminar startete mit einer Vorstellung von Luo Dexiu Laoshi durch Carsten Stausberg Laoshi sowie einem Abriss, was uns an dem Abend erwarten würde.
Gleich zu Anfang nahm sich Luo Dexiu Laoshi die Zeit den Teilnehmer die Grundkonzepte des Xingyi Stils zu erklären und wie und wodurch sich dieser „innere“ Stil von den anderen bekannten Stilen Tai Chi und Bagua Zhang unterscheidet.

Danach ging es dann auch direkt nach einer kurzen Aufwärmphase zu den ersten Techniken der Form über. Ein wenig Sorge kam in mir auf, ob der Lehrgang über drei Stunden nur aus Formenlernen bestehen würde. Doch ich wurde schnell eines besseren belehrt. Ein, zweimal wurde die eben gelernte Bahn geübt und schnell ging Luo Dexiu Laoshi dazu über den Teilnehmern die möglichen Anwendungen der Techniken zu zeigen.

Danach stand sofort paarweises Üben der Anwendungen auf dem Programm. Hierbei wies Luo Dexiu Laoshi auf die gradlinige Ausführung der Techniken hin, die in einer Dreiecksform vom Körper über die Arme auf den „Gegner“ die Kraft wirken lässt. Dabei stellte er auch besonders die Kraftentwicklung aus dem ganzen Körper heraus und das bei den Techniken nicht der Fehler gemacht werden sollte nur die Arme oder Hände im Fokus zu haben. So ging es dann die nächsten Stunden weiter kurz ein wenig von der Form und dann sofort Anwendungen nur unterbrochen von kurzen Trinkpausen, die aber meist von den Teilnehmern zum Üben der Techniken genutzt wurden. Immer wieder nutzte Luo Deixiu Laoshi die Zeit um jeden einzelnen in seinen Anwendungen zu verbessern. Wie Carsten Stausberg Laoshi am Anfang schon erwähnt hatte, verflogen die drei Stunden wie im Flug so das um 22:00 Uhr schon Schluss war.

Für mich ging es etwas außerhalb ins Hotel, wo ich gegen 23:30 Uhr ankam und es dann auch gleich zu Bett ging. Am nächsten Morgen sollte ja der zweite Tag des Seminars um 9:00 Uhr starten.

Luo Dexiu Laoshi und ich

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Bagua Zhang. Luo Dexiu Laoshi unterrichtet hier die Linie des Gao Bagua Zhang. Für den zweiten Tag waren zwei von acht Techniken des „Xiantian Bagua“ als Seminarinhalte vorgesehen. Auch dieser Tag begann mit der Vorstellung des „Xiantian Bagua“, dem Kreisgehen der Gao Bagua Linie. Lou Dexiu Laoshi nahm sich zu Anfang erst einmal die Zeit das Kampfkonzept des Bagua zu erläutern. Dabei wies er besonders darauf hin, das das Kreisgehen im Bagua Zhang als Übung für den Körper und Geist dient, mal abgesehen von vielfältigen Gesundheitsaspekten die damit einhergehen. Das man aber nicht davon ausgehen sollte, das ein Bagua Kämpfer im Kampf immer im Kreis um den Gegner geht. Natürlich nutzt der Bagua Kämpfer die durch das Kreisgehen gewonnene Struktur und Möglichkeit die Richtung zu wechseln, um den Kraftlinien des Gegners zu entgehen, diese zu stören oder schnell aus anderen Winkeln den Gegner anzugreifen. Während es ganzen Lehrgangs unterwies er auch immer wieder die Teilnehmer in der Psychologie des Kampfes. Kein Mystizismus oder esoterischer Schnickschnack sondern eine klare Darstellung zur Anwendbarkeit des Bagua Zhang. Ich begann mich immer mehr hier zu Hause zu fühlen. Die gleiche Einstellung zur traditionellen chinesischen Kampfkunst, wie ich sie auch schon bei den Seminaren der Zhen Wu in Beijing, Portugal und Deutschland erlebt habe.

Der Ablauf des Seminars war im Grunde der gleiche wie am Abend zuvor. Ein kurzes Üben der Technik das dann gleich in ein gemeinsames Üben der möglichen Anwendungen  überging. Was an diesem Tag sicherlich vielen klar wurde war, das in einer kleinen Technik des Bagua Zhang eine schier unendliche Anzahl von möglichen Anwendungen verbirgt.
Nach den ersten drei Stunden wurde eine kurze Pause von drei Stunden eingelegt in der die Teilnehmer zusammen mit den Lehrern in einem Lokal in Köln essen gingen. Auch hier nahm sich Luo Dexiu Laoshi gerne die Zeit auf Fragen der Teilnehmer zu antworten, wobei sich auch schnell untereinander Gespräche entwickelten. Auch hier verflogen die drei Stunden wie im Flug.

Nach dem Essen ging es dann auch gleich weiter mit der zweiten Technik sowie weiteren Anwendungen. Es wurde geblockt, geschlagen und natürlich auch viel gehebelt und geworfen. Luo Dexiu Laoshi nahm sich auch hier immer wieder die Zeit jeden einzelnen in seinen Möglichkeiten zu verbessern. „Keep it natural“ – Je entspannter ein Wurf oder ein Hebel funktionierte, um so mehr schien sich Luo Dexiu Laoshi über den Fortschritt zu freuen.
Als um 18:00 Uhr das Seminar beendet wurde, war wieder einmal ein ganzer Tag wie im Flug vergangen. Kurz noch etwas essen und dann ab zum Hotel am nächsten Morgen sollte es ja wieder um 9:00 Uhr weitergehen.

Der dritte Tag stand ganz in der Besonderheit des Gao Bagua Zhang. Das „Houtian Bagua“ der Gao Linie besteht aus 64 Linien – Gradlinigen Ausführungen von Techniken. Am dritten Tag sollte die 2. Linie der 64 Linien unterrichtet werden. Ein wenig erinnerte mich diese Übungsmethode an die „Ba Shi“ Übungen anderer Kampfkunststile. Basisarbeit, kleine Sets, die man immer wieder Üben kann um Timing, Struktur, und nicht zuletzt Kraft (Basis) zu entwickeln. Ein kleine Besonderheit stellte hierbei die besonders lange Ausführung der einzelnen Techniken dar. Optisch schien in dieser 2. Linie viele Elemente des Chang Chuan aber auch Elemente des Xingyi zu enthalten.
Auch hier hielt sich Luo Dexiu Laoshi an das Konzept kurzes Üben der Form danach Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Techniken. Nach den vielen Würfen vom Vortag freuten wir uns schon auf ein wenig Schlagen und Blocken wie es zum Anfang des Seminartages angekündigt wurde. Doch später ging Luo Dexiu Laoshi im Verlauf des Tages zu Hebeln und Würfen über. Gegen Ende des Tages merkte man den Teilnehmern schon an, das das Aufstehen nach einem Wurf immer schwerer fiel. Dennoch hielt es keinen davon ab weiterhin mit vollem Eifer weiter zu machen.

Mir haben die drei Tage sehr viel Spaß gemacht. Da ich meinen Fokus derzeit mehr auf die Anwendungen des Bagua lenken wollte, hat der Inhalt des Seminars genau meine Wünsche erfüllt. Ich habe Luo Dexiu Laoshi während des Seminars als einen sehr freundlichen Lehrer kennen gelernt, der gerne auch in den Pausen für die Teilnehmer da war und gerne alle Fragen zur Kampfkunst beantwortet hat. Er hat sich unglaublich viel Zeit für jeden einzelnen der ca. 20 Teilnehmer genommen und hat jeden individuell weiterentwickelt.
Mein Dank geht hiermit auch an Carsten Stausberg Laoshi, der dieses Seminar in Köln ermöglicht hat sowie an die weiteren Teilnehmer und seine Schüler, die alle dafür gesorgt haben, das sich Freunde der traditionellen chinesischen Kampfkunst in entspannter, freundlicher Atmosphäre treffen konnten.

Weitere Infos:
Yizong Bagua Deutschland

Da ich ja leider dieses Jahr nicht teilnehmen kann hätte ich es beinahe vergessen darauf hinzuweisen:

Zhen Wu Martial Arts Training Camp 2012

Zeit: 16-29. Juli 2012
Ort: Prag, Tschechische Republik
Kosten: 500 EUR
Lehrer: ZHANG XINBIN LAOSHI, LI JANLONG LAOSHI und YU SHAOYI LAOSHI

10 Tage Training, 8 Stunden pro Tag

Traditionelles Kung Fu Training in der golden Stadt an der Moldau. Nach Aussage von Zhang Laoshi eine Stadt mit einer sehr guten geomantischen Lage (Feng Shui). Eine Stadt für unsterbliche.

Ich habe nun schon an zwei Camps teilgenommen und kann es nur empfehlen!
Das Trainingscamp ist für alle geeignet. Vom Anfänger bis hin zum Trainer, egal ob jung oder “alt”.

Sicherlich ein Highlight dieses Jahr ist die Teilnahme von Yu ShaoYi Laoshi, der Shuai Jiao unterrichten wird.

Aber natürlich gibt es auch diesmal wieder Tong Bei, Taiji, Qi Gong sowie Liu He Men und Hsing Yi.

Also: Nutze die Möglichkeit und melde Dich an. Manchmal gibt es im Leben keine zweite Chance.

Weitere Infos unter:
http://www.zhenwucamp.com

Am letzten Wochenende hatte der Bailung e.V. in Osnabrück wieder einmal zu einem seiner eindrucksvollen Seminare eingeladen. Thema dieses Seminars war der Stil des Tong Bei. Als Lehrer war diesmal Kim Haukland Laoshi eingeladen, ein Schüler des Tong Bei Lehrers und Mentor des Bailung e.V. Zhang Xinbin aus Beijing.

Der erste Tag begann klassisch mit den Ji Ben Gong, den Grundtechniken des Tong Bei. (Un)Glücklicherweise hatten sich nur wenige zu dem Seminar angemeldet, somit hatte Kim Haukland Laoshi die Zeit jeden einzelnen individuell verbessern. So wurde das Seminar beinahe zu einem Privattraining für jeden der Teilnehmer. Besonders positiv von den Teilnehmern wurden dabei die Belobigungen aufgenommen, sobald eine Verbesserung von Kim Haukland Laoshi mehr oder minder erfolgreich umgesetzt wurde. Für alle sicherlich ein Ansporn sich nochmals anzustrengen die Übungen „richtig“ auszuführen.

Kim Haukland (re.) erklärt eine Anwendung

Schon am ersten Tag begann er damit einzelne Grundtechniken zu kombinieren und die Teilnehmer in Zweiergruppen dazu Anwendungen üben zu lassen. Auch hier nahm er sich immer wieder die Zeit auf mögliche Variationen hinzuweisen. Besonderen Augenmerk legte er dabei oft auf die Erklärungen, wie sich die Kraft in den einzelnen Techniken aus der Bewegung und dem Zusammenspiel der einzelnen Körperteile ergibt.

Zwischendurch erklärte er Hintergründe der Techniken, führte dabei auch komplexere Anwendungen immer wieder auf die zuvor geübten Ji Ben Gong Techniken zurück.  Er schaffte es dabei Zusammenhänge kurz und einleuchtend zu erklären, ohne das die einzelnen Teilnehmer lange herumstanden und somit ständig üben und sich verbessern konnten.

Selbst bei dem gemeinsamen Essen am Ende des Tages wurde Kim Haukland Laoshi nicht müde uns mit Geschichten und Hintergrundinformationen zum Stil und zur Martial Arts Geschichte zu versorgen.
Da ich das Glück hatte zusammen mit Kim Haukland Laoshi im Haus von Jochen Wolfgramm Laoshi zu übernachten, wurde auch am Abend noch lange über Martial Arts gesprochen. Für mich wiedermal eine sehr schöne Erfahrung.

Der zweite Tag begann mit einer Wiederholung der Trainingsinhalte des Vortages. Auch hier nahm sich Kim Haukland Laoshi wieder die Zeit jeden einzelnen Teilnehmer zu verbessern. Es waren immer nur kleine Änderungen, die aber am Ende sicherlich jeden auf seinem persönlichen Weg um viele Schritte vorangebracht haben.

Während seiner Erläuterungen zu Anwendungen und Variationen wies er auch immer wieder darauf hin selbst anzufangen mit Techniken und Kombinationen zu arbeiten. „Wie kann ich aus dieser zur nächsten Technik kommen“, „Wie wird der Gegner auf meine Aktion reagieren und was ergibt sich daraus eventuell für eine neue Möglichkeit“. Es wurde klar, hier ging es nicht um ein plattes „abarbeiten“ von Techniken und Kombinationen, sondern um die persönliche Auseinandersetzung damit.

Zum Ende des zweiten Tages wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und Kim Haukland Laoshi lehrte jede Gruppe noch eine Form aus dem Tong Bei. Nun ist das Tong Bei eigentlich an sich sehr zurückhaltend mit Formen. Auch hier erklärte er, das die Formen meist nur Denkanstöße geben sollen und versuchen das Konzept des Tong Bei zu vermitteln. Natürlich nicht ohne uns ums eine und andere mal eindrucksvoll zu zeigen wie der „Geschmack“ der Form eigentlich ist – wie diese in ihrer Ausführung aussehen kann.

Für mich war dieses Seminar aktuell eines der Highlights dieses Jahres. Ich war wieder einmal erstaunt wie viel ich aus den Erläuterungen und Erklärungen auch für mein Training des BaGua Zhang mitnehmen konnte. Nun ist Tong Bei auch einer der ältesten Stile der traditionellen chinesischen Kampfkunst und ich denke ein Seminar im Tong Bei kann für jeden in seinem Stil eine unglaubliche Bereicherung sein.

Die Gruppe am 2. Tag

Ich habe Kim Haukland Laoshi in diesem Seminar als einen sehr freundlichen und großartigen Lehrer mit einer tiefen Kenntnis der traditionellen chinesischen Kampfkünste kennen gelernt. Hiermit geht mein Dank wieder einmal an Jochen Wolfgramm Laoshi, das er es durch sein Bestreben gute Lehrer für Seminare in seine Schule zu holen es mir ermöglicht hat hieran teil zu nehmen.
Zum Ende möchte ich natürlich auch die Schüler des Bailung e.V. nicht unerwähnt lassen, die durch Ihre offenen und freundliche Art jedes Seminar zu einem angenehmen Erlebnis werden lassen.

Aktuell 06.03.2012 – Videobeitrag  zum Seminar

3 von 9

Nachdem ich es im letzten Jahr erkältungsbedingt nicht geschafft hatte, bot sich mir in diesem Jahr wieder die Möglichkeit an dem BaGua Workshops von Nicolas Julien teilzunehmen. Im Rahmen des Internationalen Push Hands Treffen in Hannover wurden morgens in der Zeit vom 11.-19. Feb. zwischen 10:00 – 13:00 Uhr verschiedene Workshops angeboten.

Freundlicherweise hatte mir meine Firma die Möglichkeit gegeben morgens an den Workshops teilzunehmen. So musste ich für meine Weiterbildung kein Urlaub in Anspruch nehmen. Konnte aber so auch nicht an den nachmittäglichen Push Hands Treffen teilnehmen, die ja den eigentlichen Kern dieser Veranstaltung darstellen.

Gegen 9:30 Uhr begann der Tag mit einer kleinen Vorstellung der Lehrer und er Inhalte der Workshop des betreffenden Tages. Angetan von den Räumlichkeiten, war ich schon gegen 9:00 in den Räumen der Tai Chi Schule und habe die Zeit genutzt vor den großen Spiegelwänden zu trainieren. Eine sehr schöne Erfahrung nach gefühlten vier Wochen in denen es hier so kalt war, das ich es nur selten morgens zu meinem Stammplatz im Park geschafft habe.

Gegen 10.00 Uhr begannen dann die eigentlichen Workshops nachdem alle Gruppen ihre verschiedenen Räume aufgesucht hatten. In den drei Tagen an denen ich dort an den BaGua Workshops teilgenommen habe wurden mehrere Tai Chi Kurse zu den Themen Kraft aufnehmen, umleiten, zurückgeben sowie Yi Chuan angeboten.

v. l. Nicolas Julien, ich

Thema der Workshops von Nicolas Julien waren Basistechniken das BaGua Zhang mit einem besonderen Augenmerk auf Baguaspiralen und Anwendung im Tui Shou. Nicolas Julien begann seinen Workshop ganz klassisch Qi Gong Übungen. Ein Set bestehend aus den acht Handtechniken basierend auf dem acht Trigrammen des IGing.

Danach wurden in einzelnen Übungen die Basis für das Verständnis der Bewegungen im BaGua bei den Teilnehmern geschaffen. Natürlich durfte auch hier die klassische Übung des „Tee servieren“ nicht fehlen. Auch hier wurden die Teilnehmer sukzessive an die Bewegungsabläufe herangeführt. Beginnend mit den Bewegungen der Hüfte wurden nach und nach der Oberkörper und die Hände mit hinzugenommen. Ein besonderer Spaß war natürlich auch hier für alle der Versuch einen Gegenstand (diesmal ein Löffel) auf den Händen so zu balancieren, das dieser während der Bewegungen nicht herunterfiel. Man merkt hier schnell, wo noch Blockaden in den eigenen Bewegungen sind.

Nach verschiedenen anderen Übungen begann er dann nach einer kurzen Pause mit einer Einführung in die Schritttechnik des BaGua. Für viele eine echte Herausforderung. Langsam gehen, entspannt bleiben, das Gewicht auf dem hinteren Bein halten, das Gewicht langsam verlagern und nun den hinteren Fuß parallel über dem Boden nach vorne absetzen. Sehr gut gefallen hat mir dabei sein Hinweis, das es sich hierbei um eine Übung handelt und das in kampfsituationen der Schritt sicherlich nur selten genau so ausgeführt wird.

Basierend auf den ersten Schritten wurden nun die Teilnehmer an das obligatorische Kreisgehen inklusive der BaGua-Typischen Handhaltung herangeführt. Da die Workshops eigentlich so ausgelegt sind, das diese nur eine Einführung geben, wurden die Grundprinzipien an jedem Tag aufs Neue wiederholt.

Das ich als einziger an allen drei Tagen dabei war stellte scheinbar schon eine kleine Ausnahme dar. Doch genau da stellte sich die besondere Qualität von Nicolas Julien als Lehrer heraus. Jeder Tag war, wenn auch im Ablauf gleich, immer wieder anders. Immer wieder anderen Herangehensweisen an die Techniken, kleine neue Übungsabschnitte und nicht zuletzt die Aufmerksamkeit mit der Nicolas Julien jeden seiner Schüler nach seinen Fähig- und Fertigkeiten unterrichtete machten die drei Tage zu einer interessanten Erfahrung. Ich denke viele haben die Möglichkeiten Ihres Körpers und seines Bewegungsspielraumes neu kennengelernt. Besonders hervorheben möchte ich hierbei, das Nicolas Julien Wert darauf legte den Teilnehmern auch die praktischen Anwendungen hinter einzelnen Bewegungsabläufen zu zeigen.

v.l. Nicolas Julien, ich

Am dritten Tag hatte ich während der Pause auch kurz Gelegenheit mich mit Nicolas Julien über Kampfkunst, BaGua, Xing Yi, Tong Bei, Tai Chi, english Boxing, Strassenkampf usw. zu unterhalten. Leider ist auch in Frankreich BaGua nicht besonders populär. So wie ich ihn verstanden habe unterrichtet er grade mal sechs Schüler in BaGua in seiner Schule. Die meisten seiner Schüler kommen auch bei ihm zum Tai Chi.

Ich habe in den drei Tagen Nicolas Julien als einen sehr guten Lehrer kennengelernt, der meiner Meinung nach Wert auf eine klassische Kampfkunstausbildung legt – eben Techniken und deren Anwendung. Sein gesamter Unterricht wurde von Ihm in englisch abgehalten – was man hier für einen Franzosen einfach besonders hervorheben muss.

Nicolas Julien hat im Rahmen des Workshops Elemente des „Swimming Dragon BaGua“ und des „Jiang Rong Qiao Baguazhang“ versucht zu vermitteln. Er ist in Paris aufgewachsen und lebt und unterrichtet heute Tai Chi, Qi Gong und BaGua in Nantes.

http://www.ecoledumouvementinterne.fr

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